Die Verbindung von Mann und Frau ist eine Erfindung der Zivilisation!

Und diese Tatsache werden wir im nächsten Schritt auf dem gemeinsamen Weg,den wir mit unserem Vorfahren jetzt gehen wollen, untermauern. Und dieser Weg führt uns in eine Hochkultur, deren Errungenschaften heutige Wissenschaftler noch immer vor Rätsel stellen: Dem Ägypten der alten Pharaonen. Ägyptische Pharaonen – da fallen den meisten Gefragten auf Anhieb drei Namen ein: Tutanchamun, Nofretete und Kleopatra. Gut! Gehen wir sie mal durch. Tutanchamun war ein Kind, das noch nicht einmal hinreichend erfolgreich pubertiert hatte, als man es mit ein paar Tonnen Gold im Wüstensand verscharrte. Nofretete, auch Nafteta, Nefertari oder von der Palastwache heimlich »Schnuckelchen« genannt, war entgegen der landläufigen Meinung keine Pharaonin, sondern nur die Frau eines Pharaos. Und Kleopatra war eine Königin, die lange nach der Hochphase Ägyptens mit vollem körperlichen Einsatz ein splitterndes Restreich zusammenzuschlafen versuchte. Und schon höre ich wieder den höhnischen Chor der altklugen Spötter: Ätsch, kein Mann unter den bekannten Namen. Ja, wie bei der Damen-Fußballnationalmannschaft – und zählen Sie doch mal deren Erfolge auf! Es gibt wirklich keinen Grund, sich jetzt unter schrillen Schlachtgesängen ägyptische Hieroglyphen auf die Fahnen der Emanzipation zu schreiben. Denn ähnlich wie im Boulevard-Journalismus treten auch in der Geschichtsschreibung gerne mal die Gestalten ins Rampenlicht, die sich weniger um die Entwicklung der Menschheit verdient gemacht haben, als die, die sich der drei Dünger menschlicher Neugier bedienten: Blut, Sperma und Tränen. Also betrachten wir unter dieser Prämisse noch einmal die Fakten, die uns die drei oben Genannten für die Nachwelt erhalten haben: Der eine, weil er reich und früh starb. Die zweite, weil sie den richtigen Mann geheiratet hatte. Und die dritte, weil sie mit allem schlief, was an der Spitze einer Armee nach Ägypten einzog (zu dieser Zeit kam übrigens in der römischen Kriegsführung der Einsatz einer Vorhut in Mode).

Und was lernen wir aus diesem Teil der Geschichte? Frauen benutzen Sex als Waffe!

Nun, bleiben wir noch ein bißchen bei Kleopatra. Auch wenn wir die ägyptische Geschichte damit wie einen Film betrachten, von dem wir nur den Abspann sehen. Zwei der berühmtesten Geschichtswissenschaftler unseres Jahrhunderts, die wohl zu den bekanntesten Vertretern ihrer Zunft seit Heinrich Schliemann und Thor Heyerdahl zählen, haben ihr ein Denkmal in Papier gesetzt: Goscinny und Uderzo. Ihnen verdanken wir ein feingezeichnetes Bild einer Königin, die als Musterbeispiel einer emanzipierten Frau gilt. Was also wissen wir von ihr? Sie trank in Essig gelöste Perlen, badete in Eselsmilch und hatte eine bezaubernde Nase. Das sind doch die Tatsachen, die die Geschichtsschreibung interessiert. Vor allem jene, die sowieso überwiegend in Frauenzeitschriften und auf Duplo-Sammelbildchen stattfindet. Und da lesen wir dann auch noch, daß Kleopatra ein paar Jahre später von Elisabeth Taylor gespielt wurde. Was übrigens nicht auf die geschichtsverdrehende Behauptung zurückzuführen ist, die Taylor habe die Rolle bekommen, weil sie eine Schulfreundin der Pharaonin gewesen sei. Dieses Gerücht ist bösartiger Rufmord, und so etwas würde Herr Mürri doch NIE tun. Tatsächlich war sie eine Schulfreundin ihrer Patentante. Sie merken gerade, daß das wenig mit Männern zu tun hat, nicht? Aber das ist ja das Schöne an einem Blog. Ich bin jenseits von Grammatik und Rechtschreibung an keine Regel gebunden, die ich nicht selbst aufgestellt habe. Aber jetzt genug der Beschäftigung mit Frauen, die sich ins Rampenlicht der Geschichte gedrängt haben wie ein Starlet zwischen zwei Oscar-Preisträger. Wenden wir Ägypten einfach den Rücken und uns einer etwas männlicheren Epoche zu: Willkommen im Zeitalter der Ritterlichkeit, der Turniere und der Minne. Willkommen im Mittelalter Europas.

Das Mittelalter heißt Mittelalter, weil man inzwischen Mittel gegen das Alter gefunden hatte. Oder wenigstens gegen den Geruch. Ein mittelalter Käse riecht auch nicht so streng wie ein richtig reifer Harzer Roller. Inzwischen hatte man nämlich das Bad und die Kleidung erfunden. Und die ließ sich etwas leichter und häufiger wechseln als der eigene Pelz. Mußte aber dafür auch gewaschen werden. Behaupteten jedenfalls die Frauen und hatten damit einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Domestizierung des Mannes getan. Betrachtet man auf historischen Stichen, in detailgetreuen Filmen oder in Frauenzeitschriften und auf Duplo-Sammelbildchen Darstellungen von Edelmännern des Mittelalters, fällt etwas sofort ins Auge: Rüschen, Krägen, Spitzen, Seide, Samt, Brokat, Pelz und viel zu enge Hosen. Abgesehen davon, daß diese Aufzählung wie die Ausstattungsliste einer Travestie-Truppe klingt, haben die genannten Stoffe und Verzierungen eine Gemeinsamkeit: Sie sind fast unmöglich zu waschen, ohne Form oder Funktion zu verlieren. Nur den Frauen war es, weiß der Geier wie, möglich: schließlich hatten sie diese Teufelei ja auch ersonnen. Und hinter Frauen-Teufeleien steckt immer System und ein Grund:

Frauen versuchen, Männer in die Abhängigkeit zu treiben!!

Die Kleidungstücke nämlich, die im Mittelalter auf dem Mist der Herren wuchsen, waren erheblich robuster und pflegeleichter. Ein schmuckes Kettenhemd, ein kleidsamer Brustharnisch, ein formschönes Lederwams, als Accessoire ein in seiner Filigranität dennoch wuchtiger Schild, abgerundet durch einen keck am Arm getragenen Morgenstern. Eine Kombination, die mithin nichts zu fürchten hatte als Rost oder einen wuchtigen Schwerthieb.

Verständlich, daß den Frauen diese Kleidungstücke ein Dorn im Auge waren, minderten sie doch ihren Einfluß auf die Herren. Die hingen nämlich nur noch auf dem Turnierfeld im Hof herum, hieben sich mit Holzschwertern auf die Metallanzüge und wuchteten sich gegenseitig mit stumpfen Lanzen von den Pferden. Aber mit den Möglichkeiten, die sich die Weiblichkeit im Laufe der Jahrhunderte zwischen Tisch und Bett zugelegt hatte, erreichten die Damen, daß die Herren ihre eigenen Kreationen nur noch außer Haus trugen. Tja, und da saßen sie dann auf ihren Rössern, gegürtet und gerüstet, mitten in Gottes freier Natur und seufzten sich gegenseitig an. Was tun, wenn man schon mal so rausgeputzt zusammenkam. Ein Turnier war leider nicht möglich, weil man dazu in die Burg mußte. Also tat man das naheliegendste und schlug sich ohne die Regeln des ritterlichen Kräftemessens ganz bourgeois die Schädel ein. Und so kam es zu den blutigen Schlachten und Kriegen des Mittelalters.

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